Protokoll der Herbsttagung des ASK vom 02.10.1999 in Dresden

Top 1:

Bericht des Vorstandes durch Herrn Rotthaus

Dem Verein gehören zur Zeit 59 Mitglieder an.

Top 2:

Herr Rotthaus berichtet, daß bezüglich der Anerkennung der systemischen Therapie im Herbst noch Entscheidungen getroffen werden. Es ist wahrscheinlich, daß die systemische Therapie nicht zugelassen wird, eventuell gibt es eine Chance, daß die systemische Therapie unter dem Aspekt Kinder- und Jugendlichen Psychotherapien eine Chance erhält.

Top 3:

Vortrag von Frau Elke Gerlach aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Papenburg/Aschendorf zum Thema Eßstörungen, ein Behandlungskonzept mit systemischen Aspekten. In dem von Frau Gerlach vorgestellten Konzept ging es um die Aspekte Wiederherstellung körperlicher Funktionen, Selbstwertgefühl und Gleichaltrigenkontakt, Vielfalt der Kognitionen, Zugang zum eigenen Körper finden und Ressourcen der Familien nutzen. Frau Gerlach ging auf die oben genannten Punkte sehr praxisbezogen ein, gab viele Beispiele, wie in Papenburg versucht wird, Patienten mit Eßstörungen zu behandeln. Im Mittelpunkt des Behandlungsansatzes steht der Punkt "Vielfalt der Kognitionen". Dabei geht es um eine Stärkung der positiven Stimme, d. h. man geht davon aus, daß die Patienten einen inneren Dialog führen, wobei auch positive Gedanken vorhanden sind, die den Gesundheitsprozeß im Wesentlichen mit beeinflussen. Es wurde in dem Vortrag darauf eingegangen, wie eine Vielfalt der Kognitionen entstehen kann. Es wird versucht den Patienten Mut zuzusprechen zum Dialog mit ihren inneren Gedanken. Negative Gedanken sollten möglichst externalisiert werden. Hier wird häufig mit Metaphern gearbeitet. Zum Beispiel "der Mann im Ohr, das Teufelchen oder der Drachen", der zuständig ist für die negativen Gedanken. Ein weiterer zentraler Punkt der Behandlung ist die Stärkung des Selbstwertgefühls und die Förderung von Gleichaltrigenkontakten. Hier hat sich die Millieeutherapie auf Station als besonders gut erwiesen. Frau Gerlach berichtete weiter, daß versucht wird durch Kunsttherapie, Beschäftigungstherapie und verschiedene Medien wie Briefe aus der Zukunft, Regentagbrief, Schatztruhe und Ressourcenbarometer, daß Selbstwertgefühl zu erhöhen und zu stabilisieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Behandlung besteht in der Wiederherstellung körperlicher Funktionen durch medikamenthöse Therapie, die Kontrolle von Flüssigkeitszufuhr und Zusatznahrung sowie durch Intensivmedizinische Maßnahmen. Hierbei hat sich die Kompetenzaktivierungstreppe als besonders gut erwiesen. Ein weiterer Schwerpunkt der Behandlung besteht darin, daß die Patienten einen Zugang zu ihrem eigenen Körper finden. Mit Psychomotorik und Voltigieren werden den Patienten zwei Therapieverfahren angeboten, mit denen sie eine Chance haben ihren Körper anders kennenzulernen. Mit Medien wie Photos, Körperumrisse auf Tapete malen und Photokollagen wird versucht, das Körperbild zu bearbeiten. Der interessierte Leser kann weitere Informationen zum Konzept Eßstörungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Papenburg erhalten.

Top 4:

Vortrag von Herrn Ingo Spitczok von Brisinski zum Thema Diagnostische Klassifikation "Teufelszeug für den Systemiker"? Informationen zu diesem Vortrag siehe Anlage von Herrn Spitczok.

Top 5: Verschiedenes

Herr Spitczok erklärte sich bereit an einer Homepage für die ASK zu arbeiten. Im Plenum wurde beschlossen, dass zunächst eine Angliederung an den Landschaftverband Rheinland, um Kosten zu reduzieren, erfragt werden sollte. Langfristig wäre eine eigene Homepage wünschenswert.

Der Vorstand machte den Vorschlag, Arbeitsgruppen zu wichtigen systemischen Themen zu etablieren. Dies könnte die Effektivität der Arbeit im Verein optimieren und darüber hinaus das Erstellen von regelmäßigen Veröffentlichungen erleichtern.

Top 6:Termine.

Vom 03.02. bis zum 04.02.2000 findet in Heidelberg eine Veranstaltung zu dem Thema "Systemische Therapie und Organisationsentwicklung in psychiatrischen Einrichtungen" (zum Stand der Zukunft) statt.

Vom 05. 04. bis zum 08.04.2000 findet der XXVI. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Jena statt.

Der Vorstand beschloß, dort ein Vortragssymposium stattfinden zu lassen, mit dem Schwerpunktthema "ressourcenorientiertes Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien".

Inhaltlich sollte dort über allgemeines ressourcenorientiertes Arbeiten referiert werden. Vorgeschlagen wurden hier Herr Rotthaus und Herr Höger. Dann zur Frage, "ressourcenorientierte Settings" Herr Caby, Syndrombezogenes ressourcenorientiertes Arbeiten Herr Spitczok von Brisinski, ressourcenorientierte Diagnostik eventuell Frau Andrecht oder Herr Geiken.

Am 10.05.2000 findet in Viersen die Frühjahrstagung des ASK in der Zeit von 14 bis 19 Uhr statt. Themenschwerpunkte sind der Bericht des Vorstandes, Vorstandsneuwahlen, Informationen zum Psychotherapeutengesetz und Suchtbehandlung, Qualitätsmanagement, Diagnostik und Sucht.

Als Kassenprüferinnen stellten sich Frau Wehme und Frau Schulze aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig zur Verfügung.

Vom 11. bis zum 13.05.2000 finden die Viersener Psychotherapietage statt.

Vom 20. bis zum 23.09.2000 findet die DAF Tagung in Berlin statt, geplant ist im Anschluß daran die Herbsttagung des ASK.

G. Geiken

-Schriftführer-

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