Arbeitsgemeinschaft Systemische Kinder- und Jugendpsychiatrie e. V.


Protokoll des Herbsttreffens

am 22.09.2000, 14.00 - 16.00 Uhr, in Berlin

TOP 1: Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 10.05.2000 wurde ohne Änderung genehmigt.

TOP 2: Bericht des Vorstandes:

· Stellungnahme der ASK zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats: Neben der Zugänglichkeit im Internet auf der ASK- Website (www.kinderpsychiatrie-systemisch.de) ist bzw. wird die Stellungnahme in den systemischen Fachzeitschriften publiziert. Die Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie wird einen Hinweis auf die Stellungnahme bringen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat mitgeteilt, die Problematik sei bekannt und werde weiter diskutiert; ähnlich hat das Sozialministerium Baden- Württemberg reagiert. Die anderen Länderministerien haben noch nicht geantwortet, Bayern ausgenommen, das auf die Position des Wissenschaftlichen Beirats verwiesen hat.

· ASK- Website: Sachstandsmitteilung von Ingo Spitczok, dass bislang ca. 6000 Zugriffe erfolgt sind. Die Mailing- Liste ist noch in Planung; es steht noch die Umfrage an die Mitglieder aus, ob sie mit einer Veröffentlichung ihrer Namen und Adressen im Internet einverstanden sind.

TOP 3: Thesenpapier zur Systemischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Die lebhafte Diskussion wird im folgenden thematisch gegliedert zusammengefasst:

· Adressaten und Kontext des Thesenpapiers:
Als mögliche Adressaten wurden genannt: Psychotherapeutenkammern, Weiterbildungsinstitute und an einer Weiterbildung interessierte Berufsgruppen.
Das Thesenpapier wird in einer schwierigen Lage vorgestellt, die durch die derzeit fehlende Anerkennung der systemischen Therapie als Richtlinienverfahren gekennzeichnet ist. Deshalb könnte ein Weiterbildungsangebot in systemischer Kinder- und Jugendlichentherapie unter fehlender Attraktivität leiden. Außerdem könnte durch eine solche spezialisierte Weiterbildung die Gefahr der Spaltung des "systemischen Lagers" heraufbeschworen werden, während andererseits spezifische Angebote für Kinder und Jugendliche notwendig sind.
Ein weiterer Spannungsbogen der Diskussion wird durch die Positionen markiert, jetzt mit einem eigenen Weiterbildungsmodell Stellung zu beziehen und in Konkurrenz zu anderen Verfahren zu treten (wobei sowohl Unterschiede deutlich herausgearbeitet sein sollten als auch formale Vergleichbarkeit zu Curricula anderer anerkannter Therapierichtungen gegeben sein sollte) gegenüber der Beurteilung, damit zur Zeit keinen Erfolg erzielen zu können. Eine zu starke Anpassung an Sachzwänge könnte die eigene systemische Identität beschädigen.

· Zielgruppen für ein Weiterbildungsangebot:
Unter dem Aspekt der Vergleichbarkeit mit anderen Verfahren könnte es sinnvoll sein, nur solchen Berufsgruppen Zugang zu einer Weiterbildung in systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie zu geben, die nach dem Psychotherapeutengesetz auch ärztliche/ psychologische Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten werden können.

· Curriculare Umsetzung
In der Diskussion wurde mehrfach das Modell einer 3jährigen altersübergreifenden systemischen Weiterbildung favorisiert, ergänzt durch einen 1jährigen Baustein zur systemischen Kinder- und Jugendlichentherapie. Dabei sollte gewährleistet sein, auch Erwachsene behandeln zu dürfen. Es wurde zur Diskussion gestellt, ob nicht eine solche Weiterbildung unter Einschluss der Vermittlung von Fertigkeiten im Umgang mit Kindern und Jugendlichen obligatorisch für alle systemischen Weiterbildungsformen werden sollte.
Es wurde aber auch dafür plädiert, verschiedene Curricula zu entwerfen und anzubieten, um für unterschiedliche Interessenten attraktiv und um gegenüber anderen Therapierichtungen konkurrenzfähig zu sein.

· Inhaltliche Konkretisierung
Es wurde der Wunsch nach besserer Formulierung der Thesen geäußert (werbender, motivierender, weniger fordernd). Das Spezifische einer systemischen Kindertherapie im Hinblick auf Setting, Methoden und Materialien sollte konkreter und plausibler herausgearbeitet werden.

· Weiteres Vorgehen
Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die bereits bestehende Weiterbildungsgänge sammeln, das Thesenpapier verbessern und Curricula entwerfen soll. Die Kommunikation innerhalb der Arbeitsgruppe soll unter anderem über Internet laufen.
Zusammensetzung der Gruppe:

Alexander Naumann (Koordination): Infosammlung NIK, MEG. alexander.naumann@ZFP- weissenau.de
Filip Caby: Infos aus anderen Instituten. Filip.Caby@t-online.de
Gaby Derichs gderich@gwdg.de
Christoph Höger choeger@gwdg.de
Karl-Heinz Pleyer KH.Pleyer@t-online.de
Wilhelm Rotthaus w.rotthaus@mail.lvr.de
Alexander Trost Alexander.Trost@t-online.de

TOP 4: Verschiedenes:
Das Frühjahrstreffen 2001 soll in Göttingen stattfinden. Der in Berlin vorgeschlagene Termin Samstag 12.5. ist allerdings ungünstig, weil in der Klinik gleichzeitig eine andere Tagung zum Thema Psychodynamische Psychotherapieverfahren bei Somatoformen Störungen stattfindet. Das Frühjahrstreffen wird deshalb eine Woche später, am Samstag, 19.5.2001, 11.00 bis 16.00 Uhr sein (für Kliniksleiter also quasi auf dem Rückweg von der BAG- Tagung).
Hinsichtlich des Herbsttreffens gibt es Probleme, weil es zum einen sinnvoll ist, die Tagung der neuen fusionierten Gesellschaft zu nutzen, die vom 5. bis 8. September in Dresden stattfinden wird. Eine Woche später findet jedoch die Tagung des Berufsverbands der Kinderpsychiater in Lübeck statt, wo eine Präsenz der ASK ebenfalls wünschenswert ist. Wahrscheinlich wird der ASK dort eine Arbeitsgruppe anbieten.

(Christoph Höger)

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